Nie zu früh, aber oft schon zu spät
Nie zu früh, aber oft schon zu spät
Norderstedt (em/kv) Die Berichterstattung über den Unfall von Michael Schumacher zeigte auf traurige Weise, dass es jeden Menschen jederzeit ereilen kann, dass er über einen unbestimmten Zeitraum berufsunfähig wird. Besonders problematisch wird die Lage, wenn es sich bei diesem Menschen auch noch um den entscheidenden Kopf eines Unternehmens handelt.

Jeder Mensch trifft an jedem Tag Entscheidungen. Man geht im Supermarkt einkaufen, man erteilt der Bank einen Überweisungsauftrag oder man kauft ein Haus, weil man davon schon immer geträumt hat. All dies sind rechtsgeschäftliche Entscheidungen und sie setzen voraus, dass man geistig in der Lage ist, solche Entscheidungen zu treffen. Immer mehr Menschen machen sich darüber Gedanken, dass sie möglicherweise im Alter nicht mehr in der Lage sind, solche Entscheidungen treffen zu können. Aber auch den „jungen“ Menschen kann Derartiges etwa durch Unfall oder Krankheit jederzeit treffen.

Für den Gesetzgeber muss jeder Mensch jederzeit in der Lage sein, rechtliche Entscheidungen treffen zu können. Ist er dies aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr, so bekommt er Hilfe in der Gestalt eines Betreuers. Dieser wird durch das Betreuungsgericht bestimmt. Das kann ein Angehöriger sein, es kann aber auch eine fremde Person, eben ein Berufsbetreuer, sein. Durch eine sogenannte Betreuungsverfügung kann man dem Gericht vorgeben, wer als Betreuer bestellt werden soll. Daran ist das Gericht grundsätzlich gebunden, es sei denn, der Betreffende verweigert die Annahme der Aufgaben, er kann selbst nicht oder es liegt ein Interessenkonflikt vor, sodass das Gericht nicht sicher davon ausgehen kann, dass dieser die Interessen des zu Betreuenden wahrnehmen wird. Insbesondere aufgrund des letzten Gesichtspunktes ist oft unsicher, ob das Gericht die gewünschte Person benennen wird.

Die Vorsorgevollmacht besteht klassischerweise aus drei Teilen: Einerseits einer Patientenverfügung, zum anderen aus der eigentlichen Vollmachtserteilung, die sich wiederum unterteilt in die Vollmacht für persönliche Angelegenheiten und die rechtsgeschäftliche Vollmacht. Der Experte erklärt warum eine Vorsorgevollmacht so wichtig ist und nicht vergessen werden sollte. Er gibt Tipps wie hier Probleme vermieden werden können und wie man sich am schnellsten und besten absichern kann.

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