Erbrecht: So profitieren die Erben
Erbrecht: So profitieren die Erben
Norderstedt (em/ac) In Deutschland werden pro Jahr bis zu 400 Milliarden Euro vererbt, Experte Wolfgang Sohst kl├Ąrt auf was dabei zu beachten ist. Es herrscht Testierfreiheit, d.h. jeder Mensch kann in einer letztwilligen Verf├╝gung festlegen, wer ihn beerben soll.

Der Gesetzgeber hat dem aber die Grenze in der Form des Pflichtteilsrechtes gesetzt. Pflichtteilsrecht bedeutet erst einmal, dass ein bestimmter Personenkreis eine garantierte Mindestbeteiligung am Nachlass erh├Ąlt. Dieses l├Ąstige Recht wird vom Bundesverfassungsgericht als verfassungsrechtlich gesch├╝tzt betrachtet, hat in der Rechtsordnung also einen erheblichen Stellenwert.

Die Pflichtteilsanspr├╝che sind aber nur ein Punkt, im Bereich des Erbrechts, auf die Wolfgang Sohst im Experteninterview eingeht. Im Weiteren kl├Ąrt er dar├╝ber auf, was es bedeutet ein Erbe anzunehmen oder auszuschlagen. Ein wichtiger Punkt in diesem Thema, sind die Anspr├╝che, die sich im Fall einer Ausschlagung trotzdem ergeben k├Ânnen.

Wer ist pflichtteilsberechtigt?
Der Kreis der pflichtteilsberechtigten Personen ist fest umrissen. Zu ihm geh├Âren zun├Ąchst einmal Kinder, auch Adoptivkinder. Sind die Kinder vorverstorben, treten an deren Stelle die Enkel. Pflichtteilsberechtigt sind des Weiteren Ehegatten bzw. Lebenspartner im Sinne des Lebenspartnerschaftsgesetzes (gleichgeschlechtliche Ehe). Hat der Erblasser keine Abk├Âmmlinge, sind dar├╝ber hinaus die Eltern pflichtteilsberechtigt, nicht aber Geschwister, wenn die Eltern schon verstorben sind.

Wie hoch ist die Pflichtteilsquote?
Die Pflichtteilsquote entspricht der H├Ąlfte der gesetzlichen Erbquote. Die gesetzliche Erbquote wiederum schwankt je nach Verwandtschaftsverh├Ąltnissen des betreffenden Erblassers. Bei verheirateten Erblassern spielt auch der G├╝terstand eine Rolle. Grunds├Ątzlich f├╝hrt die Vereinbarung von G├╝tertrennung zu einer Erh├Âhung der gesetzlichen Erbquote der Kinder und damit logischerweise auch zur Erh├Âhung der Pflichtteilsanspr├╝che der Kinder.

Der Experte zeigt die zwei Grundprobleme im Erbrecht auf, welche zum einen das Pflichtteilsrecht und die steuerrechtliche Seite beinhalten und gibt Tipps wie hier Probleme vermieden werden k├Ânnen. Der Punkt, Immobilien richtig vererben, und wor├╝ber man sich Gedanken machen sollte, wird nat├╝rlich auch nicht au├čer Acht gelassen. Die Liquidit├Ątsplanung muss ebenfalls beachtet werden, damit das Erbe f├╝r den Erben am Ende auch h├Ąndelbar ist.

Foto: Rechtsanwalt/Notar Wolfgang Sohst, Kanzlei Lotz und Schmidt

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