Soziale Medien zur Ansprache von Firmenkunden einsetzen
Soziale Medien zur Ansprache von Firmenkunden einsetzen
Köln (em/ls) Social Media Marketing ist der Status Quo in den deutschen Marketingabteilungen. Etwa 60 Prozent der deutschen Unternehmen setzen die sozialen Medien im Marketing ein. Im B2B-Sektor sieht die Lage dagegen oft noch etwas anders aus. Hier tun sich viele Unternehmen schwer, den Sinn und Zweck der bunten KanĂ€le zu erkennen. Denn allzu oft denkt man beim Stichwort „Social Media“ an reichweitenstarke KonsumgĂŒterkampagnen und virale Spaßvideos. Nicht gerade etwas, das nach B2B aussieht.

Doch auch im B2B-Sektor tun sich viele Einsatzgebiete auf. HĂ€ufig werden die Social Media bereits zum Arbeitgebermarketing eingesetzt. Azubis, junge NachwuchskrĂ€fte, aber auch Bewerber mittleren Alters erreichen Sie heute einfach nicht mehr flĂ€chendeckend ĂŒber die klassische Anzeige in der Tages- oder Fachzeitung. Als ErgĂ€nzung sollten soziale Medien eingesetzt werden. Das hat den Vorteil, dass die Zielgruppen nicht nur mit höherer Wahrscheinlichkeit auf Ihre Jobangebote stoßen, sondern sie im besten Fall auch noch an Bekannte, Freunde und Kollegen weiterreichen.

In Kombination mit den klassischen KanĂ€len erhöht sich so die Chance drastisch, geeignete Bewerber zu identifizieren. Aber auch zur direkten Kundengewinnung lĂ€sst sich Social Media einsetzen. Hier bietet sich insbesondere ein Blog an. Richtig integriert bildet der Blog die Zentrale fĂŒr alle Social Media AktivitĂ€ten. Durch hochwertigen Content und regelmĂ€ĂŸige Veröffentlichungen steigt der Expertenstatus des Unternehmens, die Reichweite und der Traffic des Blogs. Besonderer Vorteil: Google liebt Blogs. Mit gut gemachten BlogbeitrĂ€gen wird Ihr Unternehmen jahrelang, also extrem nachhaltig, bei Google auffindbar. Und generiert darĂŒber Besucher und Kunden. Damit das funktioniert, sollten Sie Ihre BlogbeitrĂ€ge gezielt auf bestimmte Keywords optimieren. Möchten Sie beispielsweise fĂŒr den Begriff „RFID Einsatzmöglichkeiten“ eine hohe Google-Position besetzen, schreiben Sie genau dazu einen Blogbeitrag. Je umfangreicher, wertvoller und multimedialer Sie diesen gestalten, desto eher wird er wichtige Faktoren fĂŒr das Suchmaschinenranking, wie Links von anderen Websites und eine lange Verweildauer, generieren. Betten Sie deshalb zum Beispiel ein YouTube-Video in den Beitrag ein, verwenden Sie Bilder oder Animationen, beschreiben Sie das Thema aus verschiedenen Perspektiven. Je mehr wertvollen Inhalt Ihr Besucher findet, desto eher wird er den Beitrag auch an seine Kollegen und Partner weiterempfehlen.

Mit etwas zusĂ€tzlicher Suchmaschinenoptimierung können Sie so nach und nach mit jedem Blogbeitrag eine zusĂ€tzliche „Trafficmaschine“ fĂŒr Ihre Website aufbauen. Der große Vorteil dabei: Sie behalten die vollstĂ€ndige Kontrolle ĂŒber Ihre Inhalte. Der Blogbeitrag gehört Ihnen, was Sie von BeitrĂ€gen in Social Networks nicht sagen können. Facebook, Twitter und Co. haben das Recht, BeitrĂ€ge ohne Vorwarnung zu löschen oder die Regeln dementsprechend zu Ă€ndern, dass Ihre BeitrĂ€ge plötzlich weniger Reichweite entfalten. Beispiele dafĂŒr gibt es genĂŒgend. Den Blogbeitrag kann Ihnen niemand mehr nehmen. Entsprechende QualitĂ€t vorausgesetzt können Sie ihn sogar „recyclen“, zum Beispiel als E-Book zum Download anbieten oder als Teil einer PrintbroschĂŒre an Kunden verteilen. Im B2B Social Media Marketing sollte die Leadgenerierung im Vordergrund stehen. Reichweite, Image, Reputation und Ă€hnliche „weiche“ Faktoren sind wichtig, aber handfeste, und damit nachfassbare Kontakte, sind das A und O. Nur mit hochwertigen Leads erhĂ€lt der Vertrieb genug „Futter“ fĂŒr seine Arbeit, nur mit Leads lassen sich die oft langwierigen Entscheidungsprozesse des Kunden ĂŒberhaupt beeinflussen. Setzen Sie daher die Leadgenerierung ganz oben auf Ihre Social Media Wunschliste. HierfĂŒr bietet sich eine Vielzahl von Maßnahmen an. Exemplarisch herausgegriffen sei hier die Nutzung von Slideshare. Slideshare ist eine Plattform zum Hochladen und Teilen von Powerpoint-PrĂ€sentationen oder PDF-Dokumenten.

Sie können hier zum Beispiel Ihre Werbe- und Produktmaterialien, GeschĂ€ftsberichte, Vortragsfolien oder Whitepaper einstellen. Allein schon dadurch generieren Sie eine gewisse Verbreitung. Slideshare bietet in der kostenpflichtigen Pro- Variante aber auch die Möglichkeit, in die PrĂ€sentationen ein Leadformular einzubinden. Das ist immer dann sinnvoll, wenn Sie in der PrĂ€sentation etwas anzubieten haben, das beim Leser das „Unbedingt haben Wollen“ auslöst, zum Beispiel Tipps und Tricks, aktuelle Studien, Branchentrends et cetera. Nun können Sie entweder am Ende der PrĂ€sentation oder nach einer beliebigen Folie das Leadformular einbetten. Welche Daten Sie dabei abfragen möchten, ist Ihnen freigestellt. Wenn Sie das Formular in die PrĂ€sentation einbauen (statt am Ende), gelangt der Leser erst nach AusfĂŒllen und Abschicken des Formulars zu den weiteren Folien. Sie könnten also zum Beispiel in einigen Folien das Thema antriggern, Lust auf mehr machen und dann die Kontaktdaten des Lesers einholen. Wenn der Anreiz groß genug ist, werden Sie so hochspezifizierte Interessenten gewinnen, die Sie in Ihren Leadprozess weiterleiten können. Die Nutzung von Slideshare Pro kostet monatlich etwa 15 Euro, ist also auf jeden Fall erschwinglich. Diese Upgrade-Variante bietet darĂŒber hinaus den Vorteil, dass Ihr Channel werbefrei und damit seriöser gestaltet ist und Sie Analysen ĂŒber die angesehen Slides erhalten – was Ihnen wiederum wertvolle RĂŒckschlĂŒsse auf wertschöpfenden Content liefert.

Foto: Felix Beilharz ist Experte fĂŒr Social Media Marketing. Der mehrfache Buchautor berĂ€t und trainiert Unternehmen aus verschiedenen Branchen zum erfolgreichen Einsatz der sozialen Medien. Durch drei LehrauftrĂ€ge an Hochschulen und zahlreiche Gastvorlesungen hĂ€lt er engen Kontakt zur Forschung und Lehre. Sein aktuelles Buch „Social Media Marketing im B2B“ gilt als das erste deutschsprachige Werk zu diesem Thema und erntet derzeit großes Lob in der Wirtschaft.

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